
Ein neuer Impuls – mitten in der Stille der Pandemie
Es war mitten in der Corona-Zeit, als der Impuls kam. Die Welt war entschleunigt, still, irgendwie eingefroren – und genau in dieser merkwürdigen Ruhe begann etwas Neues zu keimen. Danny war – wie so oft – der Visionär von uns beiden. Während ich noch damit beschäftigt war, unser Yoga Café irgendwie durch die Ungewissheit der Pandemie zu manövrieren, hatte er schon einen Schritt weitergedacht.
Die ehemaligen Betreiber eines Edeka-Ladens in unserer Nachbarschaft fragten ihn, ob er jemanden kenne, der das leerstehende Objekt übernehmen wolle. Statt an ein weiteres Café zu denken, fragte er mich: “Warum gründen wir nicht ein Studio?”
Ich war ehrlich gesagt zögerlich. Wir hatten gerade so viel Kraft in das Café gesteckt, hatten durchgehalten, improvisiert, gehofft. Und jetzt noch ein neues Projekt? Dazu kam die Unsicherheit der Finanzierung – wer weiß schon, was in dieser Zeit möglich war?
Aber ich sagte: „Wenn die Finanzierung klappt, dann machen wir’s.“ Und sie klappte. Einfach so. Als hätte das Universum uns zuflüstern wollen: „Weitergehen.“

Kein Café mehr – aber viel Raum für Neues
Dieses Mal sollte es aber anders werden. Gastronomie? Nein. Die ständigen Personalsorgen, der Druck, der organisatorische Aufwand – wir spürten beide, dass dieser Teil unseres alten Traums abgeschlossen war. Was jetzt entstehen sollte, war ein Raum nur für Bewegung, Begegnung und Selbstfürsorge.
Also begannen wir – wieder einmal – zu renovieren. Neue Böden, Wände raus, Sanitäranlagen komplett neu. Vieles machten wir selbst. Es war körperlich anstrengend, aber auch zutiefst befriedigend. Während wir den Raum formten, wuchs auch unsere Idee.
Wir wollten mehr als “nur” Yoga anbieten. In einem zweiten Raum sollte es Raum für andere Bewegungsformen geben. So lernten wir Steffi kennen – eine leidenschaftliche Kickboxerin mit Herz und Haltung. Mit ihr zog die erste Kampfsport-Energie bei uns ein. Es war der Startschuss für etwas, das wir zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht ganz greifen konnten: Mindful Kickboxing war geboren.

Yoga trifft auf Boxsport – eine ungewöhnlich perfekte Kombination
Nach und nach kamen weitere Angebote hinzu: Boxen, Taekwondo, funktionelles Training. Danny – der selbst einen Hintergrund im Boxsport hat – unterrichtete von Anfang an selbst. Was nach zwei Welten klingt, war in Wirklichkeit eine kraftvolle Ergänzung: Yoga bringt Ruhe, Achtsamkeit, Dehnung. Boxen bringt Kraft, Fokus, Ausdauer. Beides zusammen ergibt Balance.
Gleichzeitig spürten wir: Unser kleines Studio wurde zu etwas Größerem. Zu einem Ort, der Menschen zusammenbringt – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Es entstand ein Kiezgefühl, eine Gemeinschaft. Offen, herzlich, ehrlich.

Ein Ort für alle – nicht nur für einige
Von Anfang an war uns klar: Dieser Raum gehört nicht nur den geübten Yogis oder den geübten Kämpfern. Er soll allen offenstehen – unabhängig von Alter, Körperform, finanzieller Lage oder Lebenssituation. Deshalb bieten wir gestaffelte Preise an, sprechen bewusst auch Menschen an, die sich vielleicht sonst nicht trauen würden, ein Studio zu betreten. Hier ist niemand nur eine Nummer. Hier kennt man sich, sieht sich, lacht miteinander.
Und das Café?
Eine Zeit lang versuchten wir, beides zu stemmen – Studio und Café. Doch irgendwann war klar: Es ist zu viel. Zu viele Baustellen, zu wenig Zeit zum Atmen. Im November 2021 entschieden wir, das Yoga Café loszulassen und in gute Hände abzugeben. Diesmal ohne Wehmut. Sondern mit dem tiefen Wissen, dass es richtig war.
Denn was wir geschaffen hatten, war nicht nur ein neues Studio. Es war ein neuer Lebensraum – für uns und für viele andere.
Wohin sich dieser Raum noch entwickeln sollte, konnten wir damals noch nicht ahnen. Aber genau das – verrate ich dir im nächsten Teil.



