Yoga

Yoga gegen Stress die Rolle des Vagusnervs

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16.02.2026
Eine Frau die Yoga gegen Stress übt
In stressigen Zeiten kann Yoga eine große Stütze sein

Yoga, Stress und der Vagusnerv

Stress ist für Millionen von Menschen zu einem täglichen Begleiter geworden. Viele suchen nach natürlichen Wegen, um Stressbewältigung zu betreiben. Wenn du unter chronischem Stress, Angstzuständen oder dem Gefühl leidest, von den Anforderungen des Alltags überwältigt zu sein, bietet Yoga einen Weg Stress abzubauen und das Nervensystem zu beruhigen – über den Vagusnerv.

Dieser Leitfaden richtet sich alle, die verstehen möchten, wie Yoga für Entspannung gegen Stress helfen kann. Du brauchst keine jahrelange Yogaerfahrung – nur Neugier darauf, wie dein Körper funktioniert, und die Bereitschaft, sanfte Praktiken auszuprobieren.

Wir schauen uns an, wie dein Vagusnerv als natürlicher Reset-Knopf für Stress wirkt und warum bestimmte Yoga-Praktiken dieses kraftvolle System besonders effektiv aktivieren. Im Anschluss folgen 5 bewährte Yoga-Übungen gegen Stress, die gezielt das Nervensystem beruhigen. Außerdem teilen wir konkrete Atemtechniken und Haltungen, die dabei helfen, dein Nervensystem zu regulieren.

Stress verstehen und seine Auswirkungen auf den Körper

Wie chronischer Stress deine körperliche Gesundheit schädigt

Dein Körper ist nicht dafür gemacht, unter chronischem Stress zu stehen. Wird Stress zum täglichen Begleiter, löst er eine Kaskade körperlicher Veränderungen aus, die deiner Gesundheit ernsthaft schaden können.

Chronischer Stress überflutet den Körper mit Cortisol und Adrenalin – Hormonen, die für akute Gefahrensituationen gedacht sind, nicht für endlose Deadlines und Alltagsbelastungen. Dieses hormonelle Ungleichgewicht schwächt das Immunsystem und macht dich anfälliger für Infekte, Erkältungen und ernsthafte Erkrankungen.

Auch das Herz-Kreislauf-System leidet stark. Anhaltender Stress erhöht den Blutdruck und fördert Entzündungen im Körper. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da Gefäße geschädigt werden und das Herz dauerhaft unter erhöhter Belastung arbeitet.

Der Schlaf verschlechtert sich deutlich, wenn Stresshormone dauerhaft erhöht sind. Viele liegen nachts wach, der Geist kreist unaufhörlich, und tiefer, erholsamer Schlaf bleibt aus. Schlafmangel verstärkt wiederum den Stress – ein Teufelskreis.

Auch das Verdauungssystem ist häufig betroffen. Unter Stress wird die Durchblutung des Magen-Darm-Trakts reduziert, was zu Sodbrennen, Reizdarmbeschwerden und schlechter Nährstoffaufnahme führen kann. Manche verlieren den Appetit, andere greifen vermehrt zu „Comfort Food“.

Dauerstress hält zudem die Muskulatur permanent angespannt – Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen sind die Folge. Oft wird diese Spannung so normal, dass man gar nicht mehr bemerkt, wie stark Schultern hochgezogen oder der Kiefer angespannt ist.

Die Verbindung zwischen Stress und dem Nervensystem

Dein Nervensystem steuert die Stressreaktion über zwei Hauptzweige: das sympathische und das parasympathische Nervensystem.

Der Sympathikus ist dein inneres Alarmsystem. Er aktiviert die Kampf-oder-Flucht-Reaktion: Herzschlag beschleunigt sich, die Atmung wird flach, Muskeln spannen an, Verdauung wird heruntergefahren. Dieses System sollte nur kurzzeitig aktiv sein.

Der Parasympathikus ist die Bremse – zuständig für Ruhe, Regeneration und Heilung. Er verlangsamt den Herzschlag, vertieft die Atmung und ermöglicht Erholung.

Chronischer Stress bringt dieses Gleichgewicht durcheinander. Der Sympathikus bleibt aktiv, während der Parasympathikus kaum noch greift. Der Körper verbleibt in einem Dauer-Alarmzustand.

Hier spielt der Vagusnerv eine zentrale Rolle. Als längster Hirnnerv verbindet er Gehirn und innere Organe. Ein gut funktionierender Vagusnerv aktiviert den Parasympathikus und fördert Ruhe, Verdauung und Heilung. Chronischer Stress kann jedoch den sogenannten Vagotonus schwächen – die Fähigkeit des Körpers, wieder in einen entspannten Zustand zurückzufinden.

Der Vagusnerv – das natürliche Stressregulationssystem deines Körpers

Was der Vagusnerv ist und wo er verläuft

Der Vagusnerv ist der längste Hirnnerv im menschlichen Körper. Er beginnt im Hirnstamm und verläuft über Hals und Brustraum bis in den Bauch, wo er Herz, Lunge, Magen und Darm versorgt.

Er funktioniert wie eine bidirektionale Kommunikationsstraße zwischen Gehirn und Organen. 

Wie der Vagusnerv die Stressreaktion reguliert

Der Vagusnerv ist die wichtigste Bremse des Stresssystems. Er aktiviert den Parasympathikus, verlangsamt den Herzschlag, vertieft die Atmung und fördert die Ausschüttung beruhigender Neurotransmitter wie Acetylcholin und GABA.

Ein gut reagierender Vagusnerv sorgt dafür, dass du dich nach Stress schneller erholst – körperlich wie emotional.

Vagotonus und Stressresilienz

Der Vagotonus beschreibt, wie leistungsfähig dein Vagusnerv ist. Ein hoher Vagotonus bedeutet:

  • schnellere Erholung nach Stress
  • bessere Emotionsregulation
  • höhere Herzratenvariabilität
  • besseres Immunsystem
  • bessere Verdauung und Schlafqualität

Ein niedriger Vagotonus hingegen hält den Körper im Dauerstress.

Bewusste Atemübungen (zb Pranayama), Yoga und Meditation können den Vagotonus messbar verbessern.

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Wie Yoga den Vagusnerv aktiviert

Atemübungen gegen Stress

  • Verlängerte Ausatmung (z. B. 4 ein, 8 aus)
  • Ujjayi-Atmung (sanftes Rauschen im Hals)
  • Wechselatmung (Nadi Shodhana)

Yogahaltungen für Entspannung

  • Umkehrhaltungen (Beine an der Wand)
  • Rückbeugen (z. B. unterstützte Fischhaltung)
  • Drehungen
  • Vorbeugen & Kindhaltung

Besonders folgende Yogastile beruhigen dein Nervensystem besonders

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5 bewährte Yoga-Übungen gegen Stress

1. Beruhigende Atemübung (4-7-8-Atmung)

Diese Atemübung zur Stressreduktion aktiviert gezielt den Parasympathikus und wirkt wie ein natürlicher Beruhigungsschalter für das Nervensystem.Atme 4 Sekunden ein, halte den Atem 7 Sekunden und atme 8 Sekunden langsam aus. Wiederhole 4–6 Runden, um innere Unruhe zu reduzieren und den Geist zu klären.

2. Kindhaltung mit bewusster Bauchatmung (Balasana)

Die Kindhaltung kombiniert eine schützende Körperposition mit tiefer Zwerchfellatmung.Lege den Oberkörper entspannt ab, atme ruhig in den Bauch und verlängere die Ausatmung. Diese Haltung signalisiert dem Körper Sicherheit und fördert tiefe Entspannung.

3. Sanfte Wirbelsäulenbewegung: Katze–Kuh (Marjaryasana–Bitilasana)

Die fließende Abfolge aus Rundung und Streckung der Wirbelsäule löst Spannungen und beruhigt das Nervensystem.Bewege dich im Rhythmus deines Atems – Einatmen in die Öffnung, Ausatmen in die Rundung. Ideal, um Stress aus Rücken, Nacken und Geist zu lösen.

4. Beine an der Wand mit verlängertem Atem (Viparita Karani)

Diese regenerative Umkehrhaltung entlastet das Herz-Kreislauf-System und aktiviert den Vagusnerv.Lege dich entspannt auf den Rücken, die Beine an der Wand, und atme langsam und gleichmäßig. Bleibe 5–10 Minuten, um tiefe Ruhe und Erdung zu erfahren.

  1. Herzfokussierte Meditation mit Summen oder Mantra

Setze oder lege dich bequem hin, lege eine Hand auf dein Herz und atme ruhig.Beim Ausatmen summe sanft oder wiederhole innerlich ein beruhigendes Mantra (z. B. „So Hum“). Die Vibrationen stimulieren den Vagusnerv und fördern emotionale Ausgeglichenheit.

Fazit

Stress muss kein dauerhafter Zustand sein. Wenn du verstehst, wie dein Nervensystem funktioniert, eröffnen sich neue, wirksame Wege zu mehr Stressbewältigung und Regulation des Nervensystems. Der Vagusnerv spielt dabei eine zentrale Rolle. Yoga bietet einen direkten Zugang zu diesem körpereigenen Stressregulationssystem. Durch bewusste, stressabbauende Atmung und Yoga Übungen zur Beruhigung des Nervensystems wird der Parasympathikus aktiviert und der Vagotonus nachhaltig gestärkt. Schon wenige Minuten täglicher Praxis können helfen, Stresssymptome zu reduzieren, den Schlaf zu verbessern und emotionale Ausgeglichenheit zu fördern.

Ob als Ausgleich zum hektischen Berufsalltag, zur Unterstützung in stressreichen Lebensphasen oder als präventive Selbstfürsorge: Yoga wirkt nicht nur entspannend, sondern verändert die Art und Weise, wie dein Körper auf Stress reagiert – langfristig, nachhaltig und von innen heraus.

Wenn du Yoga gegen Stress nicht nur theoretisch verstehen, sondern praktisch erleben möchtest, lohnt sich ein Blick auf den Kursplan von Mindful Life Berlin.

Mit einer breiten Palette an Angeboten – darunter Restorative Yoga, Yin Yoga, Sound Bath, Entspannende Special Classes und viele weitere Formate – findest du hier vielfältige Möglichkeiten, dein Nervensystem gezielt zu regulieren. Die Kurse richten sich an alle, die durch Yoga in Berlin mehr Ruhe, Balance und nachhaltige Stressregulation in ihren Alltag integrieren möchten.

Quellen
  1. https://www.yogaeasy.de/artikel/anti-stress-yoga-10-uebungen-mit-sofort-effekt
  2. https://hellobetter.de/blog/yoga-gegen-stress/
  3. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/yoga-mit-uebungen-koerper-und-geist-staerken,yoga316.html
  4. https://www.adler-resorts.com/de/adler-spa-resort-balance/warum-wirkt-yoga-gegen-stress/178-409027.html
  5. https://www.lotuscrafts.com/blogs/blog/3-entspannende-yogaubungen-fur-dein-nervensystem?srsltid=AfmBOoqjaubNF1hjjdy3RDyFO4Z-IwL7Q9UJo4aZwt24XCYld9laS2g6
  6. https://www.omnana.com/blogs/magazine/yoga-fur-dein-nervensystem-3-entspannende-yogaubungen?srsltid=AfmBOoprlhYqtjF-ibtxu2aUiB-T9_0oPuaqdENNpyTC5NZwFsYqcuP4
  7. https://www.yogaeasy.de/artikel/der-vagusnerv-wie-du-mit-yoga-zur-ruhe-findest
  8. https://www.digestio.de/de/korper-und-geist/meditation/vagusnerv-uebungen
  9. https://www.apotheke-leipzig.de/leben/den-vagusnerv-aktivieren-fuer-mehr-inneren-ausgleich/